LATUS hat an ITG Fachausschusstagung „Funkkommunikation für Industrie 4.0“ teilgenommen

Am 28. Mai 2015 fand im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Berlin die Fachausschusstagung zum Thema Funkkommunikation für Industrie 4.0 statt.
Hochkarätige Experten aus Wissenschaft, Forschung, Industrie und Verbänden diskutierten über Lösungen zur Unterstützung von mobilen M2M-Lösungen für zukünftige Anwendungen in der industriellen Fertigung und Prozesskettensteuerung. Aktuelle ‚best practice‘-Ansätze wurden von verschiedenen Sprechern aus der Industrie vorgestellt. Dabei wurde in der Regel auf die heute am Markt verfügbaren Technologien zurückgegriffen. Diese haben nahezu alle Limitationen in Bezug auf zukünftige Anwendungsfelder.
Ein eindeutiges Fazit der Experten war deshalb unter anderem, dass existierende Funklösungen, wie z.B. Bluetooth, WLAN und Mobilfunk der 4. Generation für eine Reihe zukünftiger Anwendungen nicht geeignet sind. Diese Aussage speist sich aus dem Fakt, dass aktuelle Funksysteme typischerweise für große Bandbreiten und den Endkundenmarkt konzipiert sind. Industrieanwendungen der Zukunft werden in vielen Fällen höhere Anforderungen an Echtzeitfähigkeit (Latenz) und Zuverlässigkeit stellen. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Robotik und ‚augmented reality‘, denen eine besondere Rolle in der zukünftigen Prozessautomatisierung zukommt. Roboter werden zukünftig mobil und mit dem Menschen „zusammenarbeiten“. Dies setzt voraus, dass sie über Funksysteme in Echtzeit gesteuert und in Gefahrensituationen sicher und schnell über diesen Kommunikationsweg bedient werden können. Für solche Anwendungen sind Latenzen im Bereich von 1 ms und weniger erforderlich. Aktuelle Mobilfunknetze liefern z.B. bestenfalls Werte um 20 ms. Um solche hohen Anforderungen zu erfüllen, müssen andere Netzkonzepte und andere Funkstandards zum Einsatz kommen. Die Nutzung von eigens dafür reservierten Frequenzbändern war ebenfalls ein Thema der Diskussion. Für Anwendungen mit kurzen Reichweiten eignen sich Frequenzen oberhalb 5 GHz, auch der 50 GHz Bereich ist eine Option. Die Nutzung der lizenzfrei verfügbaren sogenannten ISM Bänder eignet sich für die hohen Anforderungen nicht. Zum einen können in diesen Bändern Störungen durch andere Anwender nicht völlig ausgeschlossen werden. Zum Zweiten verhindert die neue ETSI Norm EN 300328 die Möglichkeit von Echtzeitanwendungen aufgrund des vorgeschriebenen „listen before you talk“ Prozesses. Die Umgehung ist nur für äußerst geringe Sendeleistungen (<10 mW) möglich.
Industrie 4.0 wird die Produktivität steigern und die Unternehmen zur Kostensenkung befähigen, aber es sind auch Herausforderungen auf dem Weg der digitalen Transformation zu meistern. Als eine wesentliche Herausforderung wurde die optimale und lokale Funkversorgung identifiziert, welche die anfallenden Daten der großen Anzahl an Sensoren sicher und schnell abführen kann.
Die Suche nach Lösungen beginnt aktuell erst. Die Standardisierung geeigneter Verfahren und Konzepte wird aktiv vorangetrieben. Dennoch ist der Weg noch lang. Zunächst müssen sich die Industrie- und die Technologieexperten für die Kommunikationslösungengegenseitig verstehen. Anforderungen der Industrie müssen in technische Anforderungen an Systeme „übersetzt“ werden, damit Lösungen entstehen, die für die Anwender optimal nutzbar sind.
Die Spezialisten der LATUS consulting verfolgen die aktuellen technologischen Entwicklungen aufmerksam. Die Fähigkeit komplexe Industrieanforderungen in technische Anforderungen an Telekommunikationssysteme zu transformieren haben die Berater bereits mehrfach erfolgreich unter Beweis gestellt.
LATUS consulting unterstützt industrielle Anwender bei der Auswahl, Planung und Implementierung von M2M-Lösungen für Industrie 4.0 und  die Vernetzung von Prozessketten. Umfassendes Spezial-Know-how aus Telekommunikation, IT und Funktechnik erlaubt es den Beratern von LATUS consulting mit den Kunden gemeinsam maßgeschneiderte Lösungen zu entwerfen.